MieterEcho
Nr. 283 - Januar/Februar 2001

Marienburger Str. 39, zum Zweiten

 

Wer Briefe vom Eigentümer des Hauses, in dem er wohnt, mit der Nachricht, das Haus müsse mit großem Aufwand an finanziellen Mitteln instandgesetzt und modernisiert werden und dann schließlich auch noch eine umfangreiche und sachlich gewichtig erscheinende Modernisierungsankündigung erhält, fühlt sich leicht in die Defensive gedrängt. Manch einer fragt sich: Eigentum und Kapital genießen doch besondere Wertschätzung, kann man sich daraus abgeleiteten Ansprüchen überhaupt widersetzen? Ein Gefühl der Hilflosigkeit stellt sich ein. Zur Hilflosigkeit gibt es keinen Grund. Man kann. Und man sollte auch. Und warum man sich von Kapital und Eigentum nicht ins Bockshorn jagen lassen sollte, machen die Eigentümer aus der Marienburger Str. 39 deutlich:

Im Oktober letzten Jahres unterrichteten sie die Mieter:

"...mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen mitteilen, dass Frau Anett Ebert, Herr Roy Lewerenz, Herr Bröcker sowie alle weiteren Personen, die im Namen von Frau Ebert und Herrn Lewerenz auftreten, ab dem 24. Oktober 2000 mit Hausverbot belegt wurden. Die vorgenannten Personen haben sich Ihnen gegenüber fälschlicherweise als neue Eigentümer beziehungsweise als neue Hausverwalter ausgegeben...."

Aha, der Deal hat nicht geklappt! Dabei ist für uns vollkommen unerheblich, an wem es gelegen hat. Warum aber die Geschäftsinteressen dieser "feinen Leute", die sich dann hinterher mit Hausverboten belegen, irgendeine kleinmütig machende Wertschätzung genießen sollte, ist doch sicherlich nicht einzusehen.

<Öffentlichkeit ist immer noch der beste Schutz!

Im Februar 1999 erwarben MEBES & WULLINGER das Haus Winterfeldtstr. 25 in Berlin Schöneberg. Ziel: Umwandlung in Eigentum.

Profit: Wenigstens 3 Mio Mark.

Seitdem läuft eine unglaubliche Kampagne zur Mietervertreibung. Zweifelhafte Höhepunkte:

Eine "Glatze" mit Pitbull (ohne Leine, ohne Beißschutz) wird vom Eigentümer engagiert, tagelang durchs Haus zu streifen, um die Mieter offensichtlich zu terrorisieren. Zusätzlich lässt der Eigentümer - getarnt als Arbeiten an der

Allgemeinbeleuchtung - im ganze Haus Videowanzen installieren, um die Mieter und alle Besucher schonungslos zu bespitzeln.

An der Schwelle zum dritten Jahrtausend die Methoden des DRITTEN REICHES?

Die Nachbarn aus der Winterfeldtstr. 31 haben sich inzwischen mit den Mietern der Winterfeldtstr. 25 solidarisiert und auf ihrer Hauswand eine Fläche zur Information der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Zusätzlich informiert die Homepage der Winterfeldtstr. 25 unter www.w25.de.

 

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