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| Das Bankhaus Oppenheim | ||
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von Hermann Werle Die Sal. Oppenheim jr. & Cie Bank mit Sitz in Köln ist mit 1.212 MitarbeiterInnen und einer Bilanzsumme von knapp 17 Mrd. DM (1999) die größte deutsche Privatbank. Sie blickt auf eine über 200-jährige Tradition zurück und genießt in Wirtschaftskreisen großes Vertrauen. Dieses Vertrauen ist dem Umstand geschuldet, dass die Bank keine strategischen Beteiligungen an Großunternehmen hält. Sie beschränkt sich vielmehr auf die Analyse des Wirtschafts- und Börsengeschehens. Mit ihrer Tochtergesellschaft, der Oppenheim-Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK), unterhält die Bank ein spezialisiertes Unternehmen auf dem "von Dynamik, Neugründungen und Geschäftserweiterungen geprägten Markt für Immobilien-Spezialfonds", wie es in der Selbstdarstellung heißt. Weiter heißt es dort: "Eine weitere Zielgruppe sind private oder auch öffentliche Unternehmen, die ihre Immobilienbestände oder doch Teile davon kapitalisieren wollen, um durch eine schlanke Bilanz Mittel für die eigentliche Tätigkeit und zur Steigerung des Unternehmenswertes (Shareholder Value) zu erhalten." Ganz im Sinne der Muttergesellschaft berät die Gesellschaft ihre kapitalstarken Kunden im Investment Banking, bei der Vermögensverwaltung und -vermehrung - ganz nach dem Leitspruch des Bankhauses: "Der eigentliche Wert eines Vermögens ist die Unabhängigkeit. Frei sein im Denken und Handeln. Um diesen Wert zu erhalten, muss er immer wieder neu aufgestellt und neu geschaffen werden. Unabhängigkeit ist die Voraussetzung und gleichzeitig das Ziel, das uns gemeinsam in eine gute Zukunft führt." Diese gemeinsame, rosige Zukunft hatten und haben wohl die verantwortlichen Berliner Senatoren im Sinn, wenn sie sich das Bankhaus Oppenheim wiederholt zu Hilfe holen, um städtisches Eigentum wie die Gehag und jetzt die GSW zu verschleudern. Für den früheren Bausenator Jürgen Klemann hat sich diese Praxis als jetziges Gehag-Vorstandsmitglied ja bereits in bare Münze umgesetzt. Wenn also Vermögen Unabhängigkeit bedeutet, lässt sich nicht der Rückschluss ziehen, dass Unvermögen Abhängigkeit nach sich zieht. In diesem Falle hätte das politische Unvermögen des Berliner Senats die erfreuliche Konsequenz einer größeren Abhängigkeit und des Untergangs der verfilzten politischen Eliten dieser Stadt. Das Gegenteil ist leider die Realität. Die sogenannte Unabhängigkeit der Vermögenden wird sich beim Verkauf der GSW, wie schon am Beispiel der Gehag gesehen, in den Geldbörsen der abhängigen ArbeiterInnen, Angestellten und Arbeitslosen widerspiegeln, die weiterhin ihre Mieten zu zahlen haben. Nach einem Artikel der Berliner Zeitung vom 9. Januar 2001 wirbt das Bankhaus Sal. Oppenheim in einem vertraulichen Memorandum bei den potenziellen Käufern der GSW mit einer enormen Gewinnaussicht, die sich aus den bisher relativ niedrigen Mieten bei der GSW ergäben. "Bei rund 42% der Wohnungen ließen sich die Mieten um bis zu zwei Mark je Quadratmeter anheben. Bei weiteren 9,5% der Wohnungen gibt es Spielraum für eine Anhebung um drei bis fünf Mark pro Quadratmeter. Bei 3,5% der Wohnungen lasse sich die Miete sogar um mehr als fünf Mark pro Quadratmeter monatlich heraufsetzen." Gleichzeitig sei bei der GSW geplant durch die Verringerung der Zahl der MitarbeiterInnen von 578 auf 469 im Jahr 2010 die Kosten in der Verwaltung zu senken. Gewerkschaften, ArbeiterInnen, Angestellte und MieterInnen sollten den kommenden Neueigentümer genau unter die Lupe nehmen und bei Kündigungen, Mieterhöhungen und anderen Schikanen alle rechtlichen und sonstige Mittel des gemeinsamen Protestes ausschöpfen, um sich die eigenen Freiheiten nicht weiter einschränken zu lassen.
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