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| Baustellenlärm ist unerträglich | ||
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In Berlin-Tiergarten Süd (nördlich des Landwehrkanals, zwischen Wissenschaftszentrum Berlin, BEWAG-Gelände, Neue Gemäldegalerie, Matthäuskirche und Neue Nationalgalerie) gibt es auch noch Wohnungen. Eine kleine weiße Wohnanlage, die im Rahmen der IBA 1985/1987 erbaut worden ist. Mit Fertigstellung des Wissenschaftszentrums Berlin und der zahlreichen Museumsbauten sind die lärmgeplagten MieterInnen davon ausgegangen, dass der jahrzehntelange Baustellenlärm eine Ende haben würde. Irrtum! Seit dem 15. Januar diesen Jahres wird auf dem Gelände der BEWAG mit dem unter Denkmalschutz stehenden "Shell-Haus" der langgestreckte Flachbau - das ehemalige BEWAG-Rechenzentrum - eingerissen. Tagelang werden mit Rammen und Kränen wuchtig die riesigen Betonbrocken zerkleinert. Auch die bis dahin sorgsam gepflegten Grünanlagen, die das Gelände einrahmten, wurden plattgewalzt und in eine staubige, schuttige Gerölllandschaft umgewandelt. Der Boden war wochenlang aufgewühlt und Rohre und Kabel wurden neu verlegt. Der Lärm von morgens 7 Uhr bis in die späten Abendstunden wurde unerträglich. Die Erschütterungen ließen in den Schränken der AnwohnerInnen die Teller, Tassen, Schüsseln und Gläser klirren, die Lampen wackeln und die Fußbögen vibrieren. Und noch etwas erhöhte die Belastung: Bürgersteige und Fahrradwege wurden von den Baumaßnahmen selbst oder durch rangierende LKWs vereinnahmt, versperrt oder bebaut. Auf Nachfrage zuerst bei der GASAG, die das gesamte Gelände von der BEWAG seit 1998 gemietet hat, und dann bei der BEWAG selbst wurde den AnwohnerInnen mitgeteilt, dass es sich um temporäre Baumaßnahmen bis Ende März 2000 handele. Für die GASAG werden ca. 120 PKW-Stellplätze gebaut. Sie versicherten, dass die Bürgersteige nach Beendigung der Baumaßnahme in den ursprünglichen Zustand versetzt würden. Was den MieterInnen nicht gesagt wurde war, dass es sich bei den Baumaßnahmen nur um einen ersten Bauabschnitt handelt. Varianten der Nutzung des gesamten Geländes sind noch in der Diskussion. Eine Variante sieht die Sanierung aller Gebäude vor. Von Abriss der beiden Hochhäuser und Neubau eines Hotels ist dabei die Rede. Insofern müssen die AnwohnerInnen perspektivisch davon ausgehen, dass mit der Genehmigung weiterer Baumaßnahmen weiterhin mit jahrelangem Baustellenlärm, Staub und Schmutz zu rechnen ist. Der wird sich auch weiterhin über die kleine Wohnanlage ausbreiten und vor allem im Sommer und an stürmischen oder regnerischen Tagen das Wohnen erheblich beeinträchtigen. Mit anderen Worten: die Perspektive sieht für die AnwohnerInnen gar nicht gut aus. Baustellenlärm und Bauschmutz machen krank! Vor allem wenn er über Jahre hinweg von allen Richtungen kommt. Dass zum Bild einer Großstadt Baustellen und damit auch Baustellenlärm gehören, steht außer Frage. Keiner will einen Stillstand in der Stadtentwicklung Berlins. Doch die AnwohnerInnen interessiert die Frage nach dem Wie? Es muß doch, so fragen sie weiter, möglich sein, Baumaßnahmen heutzutage in einer großen Stadt so zu organisieren und durchzuführen, dass das betroffene Umfeld nicht in diesem erheblichen Maße belästigt, behindert und beeinträchtigt wird. Erst wenn auch für sie eine akzeptable Lösung gefunden wird, wäre eine innovative, umwelt- und menschenfreundliche Baulogistik umgesetzt, die dem neuen Jahrtausend entspräche. Die MieterInnen der kleinen Wohnanlage würden sich freuen, andere Betroffene oder Experten zu dem Thema kontaktieren zu können. Wer mit fachlichen und praktischen Erfahrungswerten zum Stand einer erprobten lärmarmen Bautechnik weiterhelfen kann, wird herzlich geben, sich über die Berliner MieterGemeinschaft mit den AnwohnerInnen selbst in Verbindung zu setzen. Gerda Fürch
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