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| Der alte und der neue Jahn | ||
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Im MieterEcho 270 hatten wir über die Fa. Jahn und ihre Art der Grundstücksverwertung berichtet. Reaktionen von Mietern waren zahlreich. Das sei richtig getroffen, meinten diejenigen, die mit Herrn Jahn Erfahrung machen mußten, und warum wir nicht schon viel früher darüber geschrieben hätten. Und was man tun könne und dergleichen mehr, wurden wir gefragt. Herr Jahn, der auch zu den Anrufern gehörte, sah das nicht so. "Seine" Mieter seien alle sehr zufrieden. Er verstünde sein Handwerk, liefere ordentliche Arbeit, ganz im Gegensatz zu uns, die wir nicht einmal richtig recherchieren könnten, denn in der (von uns erwähnten) Hufelandstr. sei er gar nicht zugange. Und daran könne man doch sehen, wie sehr man ihm Unrecht getan habe. Damit die Sache an Authentizität gewinnt, zitieren wir weitgehend aus dem Erfahrungsbericht der betroffenen Mieter. Sie haben ihn überschrieben "Ein Verwalter sieht rot". Keine Bange, es geht alles gut aus. Die Mieter bewohnen "ihre" Wohnungen noch immer. Herr Jahn allerdings hat sich verabschiedet. Aus dem Erfahrungsbericht "Ein Verwalter sieht rot" "1995 ging (nach Verkauf der Bödikerstr. 9 und 10 an eine GbR) die Verwaltung auf die Fa. Jahn Immobilien über. Die neue Hausverwaltung entwickelte großen Eifer, um mietsteigernde Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Doch dagegen konnten sich die Mieter – zumindest des Hinterhauses – erfolgreich wehren. "(sic !!!)" Um so auffallender war die Ignoranz der Hausverwaltung ihren Sorgfaltspflichten gegenüber. Die Mieter forderten von der Hausverwaltung - meist vergeblich - die Beseitigung von Mängeln wie z.B.: Müllberge im Hof, Geruchsbelästigung durch eine verwahrloste Toilette, Ratten im Hof und Keller. Der Postbote bekam wochenlang keinen Schlüssel ausgehändigt, weshalb die Post nicht zugestellt werden konnte. Im Winter dauerte es fast zwei Monate, bis eine defekte Wasserleitung repariert wurde, wodurch ein Teil der Mieter im Hinterhaus kein Wasser in Küche und Toilette hatte... Als die MieterInnen daraufhin mit Mietminderungen reagierten, fühlte sich der Hausverwalter Jahn offenbar persönlich angegriffen. Sein Ton den MieterInnen gegenüber wurde rüder - wie auch sein Verhalten, das von nun an davon bestimmt war, die unbequemen MieterInnen loszuwerden. In der Verfolgung dieses Ziels kannte er kein Halten mehr:
Nein, wir steigen hier aus dem Bericht der Hausgemeinschaft aus und lassen die Mieterin selbst zu Worte kommen. Wir zitieren aus ihrem Strafantrag gegen Herrn Andreas Jahn: Aus einem Strafantrag gegen Herrn Jahn "Am 28.3.96 verschaffte sich Herr Andreas Jahn... unberechtigt Zugang zu der von mir angemieteten Wohnung in diesem Hause. Ein Bekannter von mir, Gunnar Borg* (schwedische Anschrift), brachte zusammen mit einem Freund von ihm in meinem Auftrag Möbel in die Wohnung. Gerade zu dem Zeitpunkt, als sie damit fertig waren, erschien der Herr Jahn mit einer anderen Person. Er nötigte den Herrn Borg, sich auszuweisen, den Wohnungsschlüssel herauszugeben und die Möbel wieder abzutransportieren, mit der Begründung "Hier zieht niemand ein!". Herr Borg, der Schwede ist und die deutsche Sprache nicht versteht, fühlte sich derart bedroht, daß er dem Herrn Jahn den Schlüssel aushändigte und die Möbel wieder abtransportierte. Danach ließ der Herr Jahn das Schloß auswechseln, was ich am selben Damit war eine neue Stufe der Auseinandersetzungen, aber noch längst nicht deren Höhepunkt erreicht. Die kann man unschwer dem nächsten Strafantrag - und zwar gegen einen Herrn X.Y. - entnehmen: Aus einem weiteren Strafantrag Herr X.Y. hatte sich seinem Nachbarn zunächst einmal nur vorgestellt. Bei seinem Einzug gab er eine weitere Probe seiner Fähigkeiten - und zwar gegenüber dem Besucher eines anderen Mieters. Dem entsprechenden Strafantrag ist zu entnehmen: Und noch ein Strafantrag! "Am 13.5.1996 besuchte ich Herrn Ewald Nickel. Gegen 16.30 Uhr verließ Herr Nickel die Wohnung, um einige Besorgungen zu machen. Ich blieb derweil in der Wohnung, um auf seine Rückkehr zu warten. Wir überspringen die verschiedenen Strafanzeigen wegen Einbruchs in den Keller, Diebstahls eines Fahrrades usw. und kehren zu dem Bericht der Mieter zurück: Weiter im Erfahrungsbericht der Mieter "Diese neue Situation, in der den MieterInnen des Hinterhauses nicht nur mit Kündigung, sondern mit Körperverletzung gedroht wurde, konnte nicht mehr einfach mit Protestbriefen beantwortet werden. Die MieterInnen setzten sich zusammen und beschlossen, sich gemeinsam zu wehren. Die Eigentümer des Hauses wurden schriftlich, am 14.5., über die Vorgänge in Kenntnis gesetzt, verbunden mit der Bitte, die Hausverwaltung zu wechseln.(...) Weiterhin wurde beschlossen, gerichtlich gegen den Verwalter vorzugehen. Am Morgen des 15.5. gegen 5.00 Uhr klingelte es an der Tür eines Mieters des Hinterhauses. Vor der Tür standen zwei Männer, die sich als Kripobeamte auswiesen. Sie fragten nach der Wohnung des neuen Mieters (Herr X.Y.) und gaben zu verstehen, daß er Opfer einer Straftat geworden sei. Die Zeitungen berichteten am nächsten Tag, daß er erschossen worden ist. Dabei soll es sich um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu gehandelt haben. Obwohl danach erst einmal Ruhe im Hinterhaus einkehrte, glauben die MieterInnen nicht, daß diese Geschichte beendet ist. Erst die Ablösung der Hausverwaltung scheint die Chance einer endgültigen Beilegung dieser Eskalation zu bieten. Für die MieterInnen jedenfalls ist klar, daß sie sich auch durch solche Methoden nicht vertreiben lassen." Damit endet der Bericht, und eigentlich auch die Geschichte, denn die Mieter sind heute noch in dem Haus, aber nicht mehr Herr Jahn. Der neue Jahn Haben wir nicht Recht, wenn wir den alten Jahn, wie er sich in der Bödikerstr. zeigte, durch einen neuen abgelöst sehen? Herr Jahn hat gelernt. Das Ergebnis, das er in der Bödikerstr. nicht erreichte, die Vertreibung der Mieter, geschieht - verglichen mit dem damaligen Vorgehen - heutzutage auf fast humane Weise. Allerdings auch häufig wesentlich erfolgreicher. Die Einschüchterung ist subtiler und darum wirkungsvoller. Die Nerven der Mieter werden erst strapaziert und danach durch Entschuldigungen entspannt. Wo gehobelt wird, fallen Späne, und dazu gehören Schäden an Autos und Fahrrädern. Wobei man ganz sicherlich nicht auf den Urheber schließen kann, wenn es ganz zufällig gehäuft in den von Herrn Jahn modernisierten Häusern passiert. Schließlich bleiben als letztes Mittel noch die Versprechungen. Die Versprechung einer Umsetzwohnung, einer kleinen Abfindung und eines kleinen Beitrages zu den Umzugskosten. Eine Reihe von Mietern hat mit uns Kontakt aufgenommen. Viele von ihnen waren die letzten Bewohner in ihren Häusern. Sie bedauerten die der Unkenntnis geschuldete, mangelnde Solidarität unter den Mietern. Damit es nicht überall soweit kommt, laden wir alle Betroffenen zu einem ersten Erfahrungsaustausch am AG UMWANDLUNG * Der Name wurde von uns geändert. | ||
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